Comics säubern und reinigen

Comics säubern und reinigen

Bei den Links zu Amazon und Ebay verwende ich Partnerlinks(!) – bedeutet ich bekomme einen kleinen Prozentanteil beim Kauf, aber das Produkt wird dadurch nicht teurer. Bei Kauf unterstützt ihr mich also, was ich ausgesprochen nett fände.

Man kennt und erkennt es vor allem bei Comic-Heften mit hellem oder weißen Flächen: Dunkle oder braune Verfärbungen und Flecke, die im Laufe der Zeit entstanden sind und zu einem unschönen Zustand geführt haben.

Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten seine Lieblingsstücke wieder auf Vordermann zu bringen, jedenfalls können mit den unterschiedlichen Ratschlägen mindestens ein paar Korrekturen vorgenommen werden, die man auch optisch wahrnimmt.
Die Reinigung dient auch als Vorbereitung, wenn man sein Heft danach mit der Hitze- oder Transferpresse, pressen will. Es ist dringend empfehlenswert, vor dem eigentlichen Pressvorgang Schmutz zu entfernen, bevor man ihn mit der Presse noch einbackt. Eine Anleitung zum Pressen von Comics findet ihr in diesem Beitrag.
Blättert vor irgendwelchen Arbeiten das Heft einmal komplett durch und entfernt grobe Partikel usw. – ggf. mit einem Wattepad über jede Seite locker darüber wischen, auch wenn ihr nicht direkt etwas sehen solltet. Ihr übt beim Arbeiten Druck auf die Seiten aus. Dadurch können kleine Partikel im Innern unschöne Dellen oder Eindrücke bewirken.
Wie viel Zeit man für die Reinigung investiert, ist jedem selbst überlassen und richtet sich nach Wiederverkaufswert, Ehrgeiz und Liebe zu dem jeweiligen Heft.

Die Hardware zum Comics säubern

Einweg-Handschuhe

Wenn man mit den Comics hantiert sollte man nach Möglichkeit Handschuhe tragen. Man hat immer etwas Schmutz oder Fett an den Fingern und das könnte sich auf das Heft übertragen.

Watte- oder Baumwollpads

Für den Anfang kann man ganz profan mit Baumwoll-Pads an die Hefte herangehen, um lockeren Schmutz zu entfernen. Hier eher zu rein-weißen Exemplaren greifen und natürlich ohne irgendwelche Zusatzstoffe. Am besten fusselfrei. Und vegan.

Glasreiniger

Klingt komisch, ist aber so. Für Hardcover-Alben und andere Ausgaben mit Schutzfolie über dem Umschlag kann man zum Glasreiniger greifen. Natürlich nicht das Heft damit einsprühen, sondern auf ein Tuch und damit vorsichtig über die verschmutzte Oberfläche des Comics reiben.

Dokumenten Reiniger

Dokument Cleaning Pad – das wird im Video weiter unten empfohlen. Den Bezug konnte ich spontan nur aus dem Ausland finden und mit Versand ist das entsprechend teuer. Bei dem Produkt handelt es sich um ein Säckchen mit einer Art mildem Reinigungspulver im Innern. Dieses wird etwas auf das Heft geschüttelt und danach wird vorsichtig mit dem Säckchen ohne allzu viel Druck über die Seite gerieben. Der Einsatz ist auch auf farbigen Seiten möglich.

Auch bei Ebay findet man solche Reiniger eher im englischsprachigen Ausland. Der Deutsche wäscht seine Bücher und Dokumente anscheinend eher selten.

Ich habe mir den Reiniger bestellt, leider wird er erst ca. Mitte Januar eintreffen, aber ich werde in einem separaten Beitrag meine Erfahrungen teilen.

Absorene „Reinigungsknete“

Ansonsten bin ich noch auf die Marke Absorene gestoßen. Hier handelt es sich um eine Art Knete, die man vor Gebrauch erst einmal „warmkneten“ sollte. Eine kleine Wurst aus dem Material wird dann vorsichtig über das Papier gerollt. Also bitte nicht radieren damit wie der wilde Watz. In Deutschland ist Absorene nicht zu finden – jedenfalls mal nicht nach kurzer Recherche. In diesem Video wird die Anwendung ab Minute 2:17 gezeigt, bei der es auch startet.

 

Nachteil ist wohl, dass Absorene einen gewissen Eigengeruch hat, der sich auf das Heft übertragen kann und auch unter Umständen einen minimalen Film hinterlässt.

Schmutzradierer

Eine weitere Methode stellen die sogenannten Schmutzradierer dar. Ein schwammähnlicher Reiniger, der zu 100 % aus Melaminharz besteht oder bestehen sollte. In diesem Video entfernt der YouTuber damit recht erfolgreich Verschmutzungen auf einer weißen Rückseite, ab ca. Minute 6 wird der eigentliche Reinigungsvorgang gezeigt, bei dem das Video hier auch startet. Wie immer gilt dies an einem weniger wertvollen Heft zu testen. Ratsam ist es diese Methode an weißen Stellen anzuwenden. Bei bedruckten kann es durchaus sein, dass man Teile der Farbe mit entfernt, das will man ja nun nicht. Ich fand den Erfolg bei meinem Experiment relativ überschaubar.

Radiergummis

Für kleinere Stellen empfiehlt sich übrigens der gute alte Staedtler Mars Radierer oder für Feinarbeiten der General Pencil Radierstift. Die Radiermethoden sind etwas rabiater als die mit dem Cleaning Pad oder mit Absorene. Es empfiehlt sich auch hier, diese Werkzeuge nur an weißen Stellen anzuwenden!

Hierbei also vorsichtig mit dem Radierer an den verschmutzten Stellen radieren. Der Radierstift kann durch seine feinere Spitze an von Zeichnungen ummalten weißen Stellen angewendet werden.

 

Nach dem Reinigen die Seite mit einem Cleanex- oder sonstigem weichen Tuch sehr vorsichtig von etwaigen Rückständen befreien, in dem man leicht drüberwischt.

Mit diesen Methoden kann man natürlich nur leichte Verschmutzungen entfernen. Das sollte aber bereits eine Verbesserung bewirken. Außerdem verhindert es, dass beim späteren Pressen des Buches der Schmutz in die Seiten hinein gepresst wird, was nun ja wirklich niemand will.

Skalpell

Zum Entfernen von überstehenden Rändern wie bei Schneidefehlern in der Druckerei oder um Fitzelchen zu entfernen.

Schneidematte

Für das präzise Arbeiten mit dem Skalpell sehr hilfreich zum Ausrichten.

Rostige Klammern

Ein ärgerlicher Mangel, der ab und an bedauerlicherweise auftritt. Hierbei ist es durchaus möglich, dass im Laufe der Zeit der Rost auf das Papier übergeht. Um den vorzubeugen, gibt es die ein oder andere Abhilfe mit dem entgegentreten kann.

Der Trick mit dem Radiergummi

Den Rost kann man mit der blauen Seite eines Radiergummis vorsichtig entfernen. Der einfachste Weg und der durchgehen sollte, ohne als massive Restaurierung begriffen zu werden. Hierbei möglichst darauf achten, das Papier nicht zu berühren. Wenn die Klammer nicht allzu fest sitzt, kann man ein dünnes Stück Papier als Schutz dazwischen schieben.

Zugegeben, dabei kann man je nachdem nicht den kompletten Rost entfernen. Einen Schritt weiter geht man, wenn man die Klammer vorsichtig herausnimmt, reinigt und wieder einfädelt. Auch ein Austausch gegen eine rostfreie Klammer aus einem „Schrottheft“ der gleichen Serie ist natürlich denkbar. Ich habe das einmal bei einem meiner Hefte versucht und bin kläglich gescheitert, das muss ich noch üben oder lasse es einfach besser. Raus ging. Rein war ein Drama. Auch bei einem erfolgreichen Vorgang dürfte das als Restauration gelten.

Klammern entfernen

Das gilt schon als Restauration, insbesondere wenn man die Klammern austauscht. Bei richtig rostigen Klammern ist es notwendig, da ansonsten der Rost auf das Papier übergeht. Ich habe es noch nie gemacht, daher kann ich nur auf Anleitungen aus dem Netz verweisen.

Werkzeug: Kunststoffmesser oder ähnliches zum Öffnen oder entfernen, kein Metallmesser.

Dabei wird das Heft an der Stelle der Klammer fest heruntergedrückt (z.B. mit einem Plektrum), sodass man mehr Raum hat, um mit dem Kunststoffmesser die Klammer zu öffnen und beide Enden senkrecht nach oben zeigen zu lassen. Klammerenden vorsichtig aufhebeln, ggf. mit Unterstützung des Plektrums oder einer Flachzange. Die Enden müssen dann gerade nach oben zeigen. Danach kann man die Klammern vorsichtig nach hinten herausdrücken. Je nachdem dreht man auch das Heft und hebelt die Klammer von der anderen Seite aus wieder mit dem Kunststoff-Messer heraus. Immer uffpasse!

Die Klammern am besten an einem Stück Klebeband sichern, damit sie nicht verloren gehen.

Klammern einsetzen

Vor dem Wiedereinsetzen gilt es, die Klammern zu begradigen. Das kann man vorsichtig mit einer Zange machen oder man fertigt sich ein Metallteil (oder sucht eines), das exakt die Abmessungen und Form einer offenstehenden Klammer besitzt. Ansonsten kann ich auch nur auf dieses Video verweisen. Ich habe das einmal in der Vergangenheit versucht und irgendwie ist das nix für mich.

Eine etwas kompaktere Anleitung gibt es jetzt auch hier im Shop-Wiki: https://comicshopsaar.de/shop/Reinigung-von-Comics

4 Antworten

  1. Sam Sammler sagt:

    Super Beitrag! Der/die erwähnten Video/s sind hier aber leider nicht zu sehen, auch keine links dorthin.

    • CSS sagt:

      Vielen Dank! Bei mir sind die Videos zu sehen. Es kann damit zusammenhängen, dass man alle Cookies akzeptieren muss. Ansonsten werden keine Videos von YouTube & Co angezeigt. Ich setze auch sonst keine Tracking-Cookies ein, aber bei externen Diensten, bei denen Daten ausgetauscht werden, ist es Pflicht, das so einzustellen.

      • Sam Sammler sagt:

        Tatsächlich. Es liegt an meinen Adblockern in beiden Browsern. Schalte ich diese für deine Seite ab sehe ich die Videos jetzt. Danke!

  1. 27. Dezember 2021

    […] Vor dem Comics pressen sollte der Comic sauber und von Rückständen befreit sein. Eine Anleitung für grundlegende Reinigungsarbeiten findet ihr in diesem Beitrag. […]

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