Deadpool
Deadpool, auch bekannt als der „Merc with a Mouth“, ist einer der schrägsten und zugleich beliebtesten Charaktere im Marvel-Universum. Er wurde 1991 von Rob Liefeld und Fabian Nicieza erschaffen und trat erstmals in New Mutants #98 auf. Deadpool ist berüchtigt für seinen schwarzen Humor, seine unberechenbare Art und den häufigen Durchbruch der „vierten Wand“.
Die Deadpool-Comics erschienen in Deutschland u. a. bei Panini. Mit wilden Abenteuern, viel Action und satirischen Seitenhieben auf das Superhelden-Genre gehört Deadpool zu den modernen Marvel-Ikonen und ist nicht zuletzt durch seine erfolgreichen Kinofilme weltweit bekannt geworden.
Deadpool – der Söldner mit der großen Klappe
Seit seinem Debüt 1991 hat sich Deadpool von einer Nebenfigur in den „New Mutants“ zu einem der populärsten Antihelden im Marvel-Universum entwickelt. Bekannt ist er für schwarzen Humor, respektlose Sprüche und die Fähigkeit, die vierte Wand zu durchbrechen. Mit seiner Mischung aus gnadenloser Action und Selbstironie gilt Deadpool als eine der originellsten Figuren der modernen Comic-Geschichte.
Deadpool – der Söldner mit der großen Klappe
Deadpool, mit bürgerlichem Namen Wade Winston Wilson, ist einer der bekanntesten Antihelden des Marvel-Universums. Erstmals trat er 1991 in The New Mutants #98 auf und wurde von Autor Fabian Nicieza und Zeichner Rob Liefeld erschaffen. Ursprünglich sollte Deadpool ein klassischer Gegenspieler sein: ein skrupelloser Söldner mit tödlichen Fähigkeiten. Doch schon bald entwickelte er eine völlig eigene Identität, die ihn weit über seine ersten Auftritte hinaus bekannt machte.
Charakteristisch für Deadpool ist nicht nur seine gnadenlose Kampferfahrung, sondern vor allem sein schwarzer Humor und seine Fähigkeit, die sogenannte „vierte Wand“ zu durchbrechen. Er spricht die Leser direkt an, macht sich über die Handlung lustig oder kommentiert sogar seine Autoren und Zeichner. Damit sprengte er früh die Konventionen klassischer Comics und wurde zu einer der originellsten Figuren der 1990er-Jahre.
Die Entstehung in den frühen 1990er-Jahren
Die 1990er waren eine turbulente Zeit für Marvel. Figuren wie Cable, Gambit oder Venom standen für eine neue Ära von überzeichneten, kantigen Charakteren. In diesem Umfeld entstand auch Deadpool. Rob Liefeld, damals ein Starzeichner bei Marvel, brachte viele seiner typischen Designmerkmale ein: martialischer Look, reichlich Waffen und ein markantes rotes Kostüm. Fabian Nicieza ergänzte den Charakter um die sarkastische, nervtötende Art, die Wade Wilson von Anfang an auszeichnete.
Schon bei seinem Debüt war Deadpool als bewusste Parodie angelegt. Viele Fans bemerkten sofort Ähnlichkeiten zu DCs „Deathstroke“ – auch am Namen („Slade Wilson“ vs. „Wade Wilson“) erkennbar. Doch Marvel drehte diese Anspielung ins Absurde: Wo Deathstroke ein ernster Killer war, wurde Deadpool zu einer satirischen Übertreibung, die gleichzeitig brutal, witzig und respektlos war.
Vom Schurken zum Antihelden
Nach seinen ersten Einsätzen als Gegenspieler von Cable und den New Mutants entwickelte sich Deadpool schnell weiter. Marvel erkannte, dass die Figur bei den Lesern gut ankam – nicht wegen seiner Bedrohlichkeit, sondern wegen seiner unberechenbaren, komischen Art. Schon 1993 erhielt er mit The Circle Chase seine erste eigene Miniserie, geschrieben von Fabian Nicieza und gezeichnet von Joe Madureira. Darin wurden erstmals Aspekte seiner Vergangenheit beleuchtet.
Es folgten weitere Miniserien wie Sins of the Past (1994) und schließlich 1997 die erste fortlaufende Deadpool-Serie, geschrieben von Joe Kelly. Genau hier nahm die Figur Gestalt an, wie wir sie heute kennen: nicht bloß ein Söldner, sondern ein tragikomischer Antiheld, der zwischen Selbstironie, Wahnsinn und echtem moralischem Dilemma schwankt.
Persönlichkeit – Wahnsinn mit Methode
Deadpool ist berüchtigt für seine unstete Psyche. Einerseits ist er ein skrupelloser Söldner, der für Geld fast jeden Auftrag übernimmt. Andererseits zeigt er immer wieder eine überraschend verletzliche und sogar moralische Seite. Dieses Spannungsfeld macht ihn unberechenbar – für Freunde wie für Gegner.
Seine Art ist geprägt durch:
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Schwarzer Humor: Deadpool macht in den brutalsten Situationen Witze.
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Selbstironie: Er nimmt weder sich noch das Marvel-Universum ernst.
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Unberechenbarkeit: Seine Entscheidungen wirken oft chaotisch, entpuppen sich aber nicht selten als cleverer Schachzug.
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Psychische Instabilität: Trauma, Halluzinationen und innere Stimmen begleiten ihn ständig – oft gleichzeitig komisch und tragisch.
Durch diese Mischung wurde Deadpool zu einer Figur, die man nicht eindeutig als „gut“ oder „böse“ einordnen kann. Er ist ein Antiheld, der zwischen knallharter Gewalt und fast kindlicher Verspieltheit schwankt.
Die „vierte Wand“
Ein zentrales Merkmal Deadpools ist seine Fähigkeit, die „vierte Wand“ zu durchbrechen. Während andere Figuren im Marvel-Universum „in ihrer Welt“ bleiben, kommentiert Deadpool das Geschehen, spricht mit dem Leser oder macht Anspielungen auf seine Autoren und Zeichner.
Dieses Stilmittel macht ihn einzigartig: Er ist sich bewusst, dass er eine Comicfigur ist – und spielt permanent mit diesem Wissen.
Fähigkeiten & Kräfte
Deadpool ist nicht nur ein Witzbold – seine Fähigkeiten machen ihn zu einem der gefährlichsten Kämpfer im Marvel-Universum.
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Regenerationsfaktor: Durch ein geheimes Experiment (angelehnt an Wolverines Heilkräfte) verfügt Deadpool über eine extrem schnelle Zellregeneration. Verletzungen, Krankheiten oder sogar abgetrennte Gliedmaßen heilen in kürzester Zeit.
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Nahezu Unsterblich: Sein Heilungsfaktor macht ihn praktisch unsterblich. Mehrfach wurde er scheinbar getötet, nur um kurze Zeit später zurückzukehren.
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Kampferfahrung: Deadpool ist ein ausgebildeter Söldner und Meister im Nahkampf, Umgang mit Schusswaffen und Schwertkampf.
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Hohe Schmerztoleranz: Selbst schwerste Verletzungen hindern ihn kaum daran, weiterzukämpfen.
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Unberechenbarkeit als Waffe: Gegner können Deadpools erratische Denkweise oft nicht einschätzen – was ihn im Kampf noch gefährlicher macht.
Schwächen
Trotz dieser enormen Kräfte ist Deadpool nicht unbesiegbar.
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Seine mentale Instabilität macht ihn unberechenbar, manchmal auch unzuverlässig für Verbündete.
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Sein Regenerationsfaktor sorgt dafür, dass er körperlich zwar kaum zerstört werden kann, aber seelisch unter ständiger Qual leidet.
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Oft steht er sich mit seiner Überheblichkeit selbst im Weg.
Gerade diese Schwächen machen Deadpool interessant: Er ist kein strahlender Held, sondern eine tragische Figur, die Humor als Schutzschild gegen den Wahnsinn nutzt.
Autoren & Zeichner, die Deadpool geprägt haben
Deadpool ist eine der wenigen Figuren im Marvel-Universum, die stark von den Handschriften einzelner Kreativen geprägt wurden. Jeder große Run hat neue Facetten hinzugefügt, sodass Wade Wilson heute eine der komplexesten Figuren des Marvel-Kosmos ist.
Fabian Nicieza & Rob Liefeld – die Schöpfer (1991)
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Fabian Nicieza schrieb die ersten Dialoge, die Deadpools bissigen Humor erkennbar machten.
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Rob Liefeld entwarf das ikonische Charakterdesign: rotes Kostüm, Maskierung, Schwerter und Schusswaffen.
Obwohl die ersten Auftritte Deadpool eher als klassischen Söldner und Gegner von Cable zeigten, war hier schon der Grundstein gelegt: eine Figur, die cool aussehen sollte, aber zugleich ein überzeichnetes Spiegelbild der 90er-Jahre-Comic-Ästhetik war.
Joe Kelly – der eigentliche Durchbruch (1997–1999)
Die erste eigene Deadpool-Serie, geschrieben von Joe Kelly, gilt als die eigentliche Geburtsstunde des modernen Deadpool. Kelly mischte brutale Action mit beißendem Humor, experimenteller Erzählweise und überraschend ernsten Momenten. Viele seiner Ideen prägen Deadpool bis heute:
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die innere Zerrissenheit zwischen Wahnsinn und Menschlichkeit,
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die humorvolle Selbstreflexion,
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Deadpools Verhältnis zu moralischen Grenzen.
Kelly bewies, dass Deadpool mehr sein konnte als nur eine Parodie – ein Antiheld mit Tiefe.
Christopher Priest – experimentelles Erzählen (1999–2002)
Priest übernahm nach Joe Kelly und setzte auf innovative Erzählstrukturen. Unter ihm gewann Deadpool mehr narrative Tiefe und er wurde zunehmend in größere Marvel-Zusammenhänge eingebunden. Viele Leser erinnern sich an Priests unkonventionelle Perspektiven, die Deadpool noch unberechenbarer machten.
Gail Simone – Humor trifft Tragik (2002–2003)
Gail Simone führte Deadpool in einer Phase, in der sein Tonfall zwischen Slapstick und Tragödie schwankte. Sie verstand es, seinen Humor zu schärfen, gleichzeitig aber die düstere Grundstimmung seiner Existenz herauszustellen. Unter ihr wurde Deadpool endgültig zu einer Kultfigur, die Fans weltweit liebten.
Daniel Way – die moderne Konsolidierung (2008–2012)
In den späten 2000ern war es Daniel Way, der Deadpool neu definierte und breitere Popularität verschaffte. Wichtige Merkmale seines Runs:
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Deadpools „innere Stimmen“, dargestellt als verschiedene Textboxen, die seine geistige Zerrissenheit visualisieren.
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Ein stärkerer Fokus auf Deadpools Vergangenheit und seine Verbindung zu Weapon X.
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Der Aufbau vieler Running Gags, die Fans bis heute zitieren.
Ways Deadpool war die Vorlage für viele spätere Interpretationen, auch in den Kinofilmen.
Gerry Duggan & Brian Posehn – eine neue Ära (2012–2015)
Als Marvel NOW! startete, übernahmen Gerry Duggan und Comedian Brian Posehn die Deadpool-Serie. Sie brachten den Humor auf ein neues Level, indem sie Popkultur-Referenzen, absurde Storylines und gleichzeitig emotionale Geschichten verbanden. Unter ihnen erreichte Deadpool endgültig Mainstream-Popularität.
Weitere prägende Zeichner
Neben den Autoren trugen viele Zeichner zur Ikonografie bei:
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Ed McGuinness – kraftvoller, dynamischer Stil, der Deadpools Action-Sequenzen unvergesslich machte.
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Paco Medina – frische, moderne Optik, die den 2000ern ihren Stempel aufdrückte.
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Mike Hawthorne – lange Zeit Stammzeichner, verantwortlich für konsistente Bildsprache in den 2010ern.
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Rob Liefeld – als Schöpfer natürlich ikonisch, auch wenn sein Stil bis heute polarisiert.
Die wichtigsten Deadpool-Storylines & Runs
Erste Schritte – The Circle Chase (1993)
Deadpools erste eigene Miniserie, geschrieben von Fabian Nicieza und gezeichnet von Joe Madureira, legte den Grundstein für seine spätere Popularität. In vier Ausgaben wird Deadpools Vergangenheit näher beleuchtet und seine Rolle als Antiheld gestärkt. Bereits hier zeigte sich die Mischung aus schwarzem Humor und kompromissloser Action, die Deadpool später prägen sollte.
Sins of the Past (1994)
Die zweite Miniserie, geschrieben von Mark Waid und gezeichnet von Ian Churchill, vertiefte Deadpools Hintergrund und baute sein Netzwerk an Nebenfiguren aus. Viele Fans sehen Sins of the Past als die Serie, in der Deadpool seine erste echte Charaktertiefe erhielt.
Die erste laufende Serie – Joe Kellys Run (1997–1999)
Mit der ersten fortlaufenden Serie, geschrieben von Joe Kelly und mit Zeichnungen von u. a. Ed McGuinness, erhielt Deadpool endgültig seine heutige Gestalt. Kelly schuf die Deadpool-typische Mischung aus:
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bissigem Humor,
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selbstironischen Kommentaren,
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überraschend ernsten Themen wie Einsamkeit, Schuld und Identität.
Viele Fans bezeichnen diesen Run bis heute als „den echten Beginn von Deadpool“.
Christopher Priest & Gail Simone (1999–2003)
Nach Kelly übernahm Christopher Priest (1999–2002) und später Gail Simone (2002–2003). Diese Phase war experimenteller, mit neuen Perspektiven und Handlungssträngen, die Deadpools Absurdität weiter ausreizten. Simones Run gilt als einer der humorvollsten und gleichzeitig tragischsten Abschnitte.
Agent X (2002–2003)
Eine kuriose Phase: Nach einer Ereigniswende in den Comics verschwand Deadpool zeitweise und wurde durch die Figur Agent X ersetzt. Hinter den Kulissen experimentierte Marvel mit neuen Ansätzen, die Serie blieb jedoch ein Kult-Spin-off. Deadpool kehrte kurz darauf zurück.
Cable & Deadpool (2004–2008)
Geschrieben von Fabian Nicieza, brachte diese Serie Deadpool zurück ins Rampenlicht. Gemeinsam mit dem zeitreisenden Mutanten Cable bildete er ein ungewöhnliches Duo: der eine ein ernsthafter Visionär, der andere ein chaotischer Söldner. Die Serie balancierte Action, Comedy und philosophische Fragen und gilt heute als einer der besten Runs.
Daniel Way – die 2000er (2008–2012)
Mit Daniel Way begann eine neue Ära. Sein Run prägte viele Elemente, die Deadpool bis heute definieren:
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die Darstellung seiner inneren Stimmen als farbige Textboxen,
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der Fokus auf seine Verbindung zu Weapon X,
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die Verstärkung der absurden Comedy-Elemente.
Für viele Neueinsteiger waren Ways Comics der erste Berührungspunkt mit Deadpool.
Deadpool Corps (2010)
Eine der verrücktesten Serien überhaupt: Deadpool rekrutiert verschiedene Versionen seiner selbst aus alternativen Universen, darunter Lady Deadpool, Kidpool, Dogpool und sogar Headpool (ein zombifizierter Deadpool-Kopf). Die Serie ist bewusst grotesk und überdreht, hat aber Kultstatus.
Deadpool Kills the Marvel Universe (2012)
Eine der bekanntesten Elseworld-Storys von Cullen Bunn. In einer alternativen Realität ermordet Deadpool fast alle Marvel-Helden – von Spider-Man bis zu den Avengers. Brutal, nihilistisch und selbstironisch, wurde die Miniserie ein Verkaufsschlager und machte Deadpool endgültig zum Massenphänomen.
Deadpool: Merc with a Mouth (2009–2010)
Hier entstand die Figur Headpool, ein abgetrennter Deadpool-Kopf aus einem Zombie-Universum. Absurder Humor und Horror mischen sich zu einer klassischen Deadpool-Story.
Marvel NOW! – Duggan & Posehn (2012–2015)
Mit dem Neustart Marvel NOW! übernahmen Gerry Duggan und Comedian Brian Posehn. Ihr Run brachte Deadpool endgültig in den Mainstream:
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politische Satiren (Deadpool kämpft gegen zombifizierte Präsidenten),
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tiefergehende Geschichten über seine Vergangenheit,
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emotionale Charakterentwicklungen.
Für viele moderne Leser ist dies der definitive Deadpool der 2010er-Jahre.
Secret Wars & Secret Invasion (Crossover-Auftritte)
Deadpool war fester Bestandteil zahlreicher Marvel-Großereignisse. Ob in den Secret Wars, bei der Secret Invasion oder anderen Crossovern – er war immer Garant für absurde Kommentare und unberechenbare Aktionen, die diese Events auflockerten.
Deadpool MAX (2010–2011)
Eine „Adults Only“-Variante, die Deadpool düsterer und brutaler zeigte. Geschrieben von David Lapham, war dies eine der wenigen ernsthafteren Versionen des Charakters.
Spätere Runs & Legacy
Nach den großen Erfolgen der 2010er erschien Deadpool in immer neuen Serien:
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Deadpool & Spider-Man (2016)
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Despicable Deadpool (2017–2018)
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Deadpool: Assassin (2018)
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Deadpool (2019–2020) von Kelly Thompson
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und aktuelle Projekte, die Deadpool weiter fest im Marvel-Kanon halten.