Die Comic-Serie *Isnogud*, erschaffen von René Goscinny, dem Schöpfer von *Asterix*, und illustriert von Jean Tabary, ist eine humorvolle und satirische Perle der frankobelgischen Comic-Literatur. Seit ihrer Entstehung 1962 erzählt die Serie die Geschichten des Großwesirs Isnogud, der von einem einzigen, alles beherrschenden Ziel besessen ist: Kalif anstelle des Kalifen zu werden. Diese wiederkehrende Prämisse zieht sich durch jede Geschichte und verleiht der Serie ihren einzigartigen Charakter. Der Kalif Harun al-Pussah, eine friedfertige und etwas naive Figur, ist das perfekte Gegenstück zu Isnoguds skrupellosem Ehrgeiz. Trotz aller Pläne und Intrigen endet Isnogud stets in der Misere und muss hilflos zusehen, wie sein Streben scheitert.
Unterstützt wird Isnogud von seinem treuen Diener Tunichgud, dessen Loyalität und Einfältigkeit oft für zusätzliche humoristische Momente sorgen. Die Serie ist durchzogen von Wortspielen, absurden Wendungen und einer cleveren Mischung aus modernen und klassischen Anspielungen. Die Kombination aus Slapstick und intelligenter Satire macht *Isnogud* zu einer zeitlosen Parodie auf Machtstreben und politische Intrigen. Jede Episode endet mit einer Pointe, die Isnoguds Pläne in die Luft gehen lässt und ihn in genau die missliche Lage bringt, die er anderen bereiten wollte.
Goscinny nutzte seinen typischen Erzählstil, um Isnogud als eine Figur zu etablieren, die trotz ihrer Schurkerei unweigerlich das Mitleid der Leser weckt. Nach Goscinnys Tod im Jahr 1977 führte Jean Tabary die Geschichten weiter und baute sie bis in die 1990er-Jahre aus. Die Popularität der Serie führte zur Veröffentlichung zahlreicher Sammelbände und Übersetzungen in mehrere Sprachen, einschließlich Adaptionen als Zeichentrickserie und einer Realverfilmung, die die satirischen und humorvollen Elemente der Vorlage einfängt.
Die Welt von *Isnogud* ist geprägt von einem märchenhaften Bagdad, das voller Magie und Wunder steckt. Der Großwesir greift in seinen Plänen oft auf magische Artefakte und übernatürliche Tricks zurück, um den Kalifen zu verdrängen, sei es durch verzauberte Teppiche, magische Flaschen oder listige Wünsche. Doch immer wieder schlägt das Schicksal zurück, und Isnogud bleibt auf der Strecke. Diese ständige Niederlage trotz aufwendiger Pläne macht den Reiz der Serie aus und lässt die Leser in jedem Band aufs Neue schmunzeln.
Die Geschichten um *Isnogud* sind nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine Parabel auf Machtstreben und die Ironie des Schicksals. Trotz seiner Bosheit und des permanenten Scheiterns hat die Figur einen festen Platz in der europäischen Comic-Kultur und begeistert Generationen von Lesern mit ihrem einzigartigen Humor und ihrer kreativen Erzählweise.