Kauka Universum Fix Foxi & Co

Anfang der 1950er Jahre begannen die ersten US Comics, den westdeutschen Markt zu erobern. Rolf Kauka erkannte die Chancen, die dieses Medium bot. So erschien im 1953 Kaukas erstes Comic-Heft Till Eulenspiegel, dessen Charaktere an Figuren der deutschen Märchen-, Fabel- und Volkserzählungen angelehnt waren.

In Heft 6 tauchten dann in einer Kurzgeschichte zum ersten Mal Fix und Foxi auf, die bald zu Publikumslieblingen avancierten. Nachdem ab Heft 10 mehrere Ausgaben auf der Titelseite groß auf Fix und Foxi hinwiesen, wurde die Reihe Anfang 1955 ab Nr. 29 in Fix und Foxi umbenannt.

Im Mai 1960 wurde Fix und Foxi auf 32 durchgängig vierfarbige Seiten aufgestockt. Gleichzeitig wurde eine Neuerung eingeführt: Rolf Kauka trat in seinem Blatt in Erscheinung, indem er sich ab jetzt in einer Art Vorwort sein Publikum wandte Lag die verkaufte Auflage zu Beginn des Jahrzehnts bei gut 150.000 Exemplaren, so stieg sie auf im Durchschnitt über 200.000.


Rolf Kauka und Asterix

1965 startete bei Kauka eine umstrittene erste deutsche Bearbeitung von Asterix und Obelix. Die beiden Gallier wurden zu Siggi und Babarras, zwei Germanen, und die Geschichte bot ein satirisch gemeintes Zerrbild der politischen Situation Deutschlands in den 1960er Jahren, in dem die Römer zu US-amerikanischen Besatzern umgedeutet wurden.

Die geringe Werktreue und die Häufung politischer Anspielungen stieß jedoch auf erheblichen Widerspruch der Urheber Goscinny und Uderzo, die Kauka daraufhin die Rechte entzogen. Die kritisierte extrem nationalkonservative Tonlage wurde anschließend auch in den Eigenproduktionen, die ausdrücklich als Nachfolgeserien zu Siggi und Babarras angekündigt wurden Fritze Blitz und Dunnerkiel sowie die frühen Pichelsteiner). Kauka publizierte antisemitische Klischees  die auch später immer wieder auftauchten.

Trotz des Vorfalls  veröffentlichte er und sein Team zahlreiche franko-belgische Comic-Serien, oft in deutscher Erstveröffentlichung, wie z. B. Prinz Edelhart (Johann und Pfiffikus) und Die Schlümpfe von Peyo, Lucky Luke von Morris und Goscinny, Jo-Jo (Gaston) von André Franquin, später auch Tim und Struppi von Hergé. Heutige Kritik an den Kauka-Fassungen dieser Figuren stützt sich auf das damals von fast allen Verlagen praktizierte Vorgehen, statt einer originalgetreuen Übersetzung einen Text von den deutschen Redakteuren mehr oder minder frei zu erfinden.


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