Mosaik Abrafaxe

Mosaik mit den Abrafaxen ist die älteste noch erscheinende deutsche Comicserie. Die Abrafaxe – Abrax, Brabax und Califax – wurden 1976 als Nachfolger der Digedags eingeführt und erlebten seitdem unzählige Abenteuer in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Die Mosaik-Abrafaxe-Comics erschienen zunächst in der DDR und wurden nach der Wiedervereinigung deutschlandweit verbreitet. Mit ihrer Mischung aus lehrreichen historischen Themen, Humor und spannenden Geschichten sind die Abrafaxe bis heute ein fester Bestandteil der deutschen Comiclandschaft und ein beliebtes Sammelgebiet.



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Abrafaxe – Geschichte, Entwicklung und Publikationen

Die Abrafaxe gehören zu den bekanntesten Figuren der deutschen Comicgeschichte. Sie traten erstmals im Januar 1976 im Comic-Magazin Mosaik auf und lösten dort die Digedags von Hannes Hegen ab, die das Magazin seit 1955 geprägt hatten. Seitdem erscheinen die Abrafaxe bis heute monatlich ohne Unterbrechung und bilden damit die längstlaufende deutsche Comicserie.

Die Figuren: Abrax, Brabax und Califax

Die Serie lebt von der unterschiedlichen Charakterzeichnung der drei Hauptfiguren:

  • Abrax: mutig, abenteuerlustig, oft hitzköpfig und manchmal unüberlegt.

  • Brabax: klug, belesen und der Stratege der Gruppe, meist mit kühlem Kopf und scharfem Verstand.

  • Califax: gemütlich, genussfreudig und eher zurückhaltend, aber stets loyal und zuverlässig.

Dieses Dreiergespann sorgt dafür, dass die Abrafaxe in fast jeder Situation eine Balance aus Tatendrang, Vernunft und Gelassenheit bewahren.

Erzählweise und Themen

Die Abenteuer der Abrafaxe sind in längere Zyklen gegliedert, die jeweils eine bestimmte historische Epoche oder Region behandeln. Typisch ist die Verbindung von Abenteuerhandlung, Humor und geschichtlicher Bildung. Die Hefte vermitteln ihren Lesern historische Ereignisse, kulturelle Besonderheiten oder geografische Zusammenhänge, ohne dabei belehrend zu wirken.

Beispiele für thematische Schwerpunkte sind:

  • Antike – Begegnungen mit Griechen, Römern oder Ägyptern

  • Mittelalter – Ritter, Burgen, Kreuzzüge und Handelsreisen

  • Neuzeit – Entdecker, Kolonialismus, Amerika und Seefahrerabenteuer

  • Moderne Zyklen – Geschichten nach der Wende, mit stärkerer Internationalität und teils komplexeren Handlungssträngen

Publikation in der DDR (1976–1990)

Nach ihrer Einführung 1976 erschienen die Abrafaxe zunächst im Verlag Junge Welt, später im Verlag Neues Leben. Sie waren fester Bestandteil der Jugendkultur der DDR und das meistverkaufte Comicmagazin des Landes.

Besonders prägend waren die großen Abenteuerzyklen dieser Zeit, etwa die Japan-Reise, die Amerika-Abenteuer oder die Reisen ins Mittelalter. Viele Ausgaben aus den 1980er-Jahren sind bis heute bei Sammlern stark nachgefragt.

Mosaik nach der Wende (ab 1990)

Nach 1990 übernahm der neu gegründete Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag die Herausgabe. Die Serie wurde modernisiert, behielt aber ihr Grundkonzept bei. Mit den Jahren wandelte sich der Zeichenstil, neue Autoren und Zeichner prägten die Geschichten.

Besondere Ausgaben dieser Zeit sind:

  • Jubiläumsausgaben wie Nr. 200 (1990), Nr. 300 (2000) oder Nr. 400 (2004), die jeweils mit Sonderinhalten oder Extras erschienen.

  • Thematische Neuausrichtungen, die stärker internationale und globale Themen aufgriffen.

  • Sonderpublikationen, darunter großformatige Sammelbände, Taschenbuchausgaben oder limitierte Specials.

Sammelbände und Sonderausgaben

Neben den regulären Monatsheften gibt es eine Vielzahl von Sonderformaten:

  • Reprint-Serien der frühen Hefte, oft in gebundener Form

  • Jubiläumsbände mit Rückblicken auf die Seriengeschichte

  • Sammelbände, die mehrere Hefte zusammenfassen und thematisch ordnen

  • Sonderhefte zu Veranstaltungen, Ausstellungen oder Jubiläen

Diese Vielfalt macht die Abrafaxe nicht nur für Leser interessant, sondern auch für Sammler, die gezielt bestimmte Jahrgänge oder Sondereditionen suchen.

Künstler und Autoren

Die Abrafaxe wurden ursprünglich von Lothar Dräger (Texte) und Lona Rietschel (Zeichnungen) geschaffen. Im Laufe der Jahre übernahmen zahlreiche Zeichner und Autoren die Arbeit an der Serie, darunter Jens Fischer, Sascha Wüstefeld, Thomas Schiewer, Hubertus Rufledt und Jens Uwe Schubert.

Durch den Wechsel der kreativen Teams entwickelte sich die Serie visuell und erzählerisch immer weiter, ohne ihre Grundidee zu verlieren.

Bedeutung für Sammler

Die Abrafaxe sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der deutschen Comiclandschaft. Für Sammler haben sie besonderen Reiz durch:

  • frühe DDR-Ausgaben, die heute seltener zu finden sind,

  • Jubiläumsausgaben und Hefte mit Extras,

  • vollständige Zyklen, die die Geschichten einer Epoche geschlossen wiedergeben.

Besonders frühe Ausgaben in gutem Zustand, aber auch komplette Sammlungen einzelner Jahrzehnte, sind unter Comicfreunden begehrte Sammlerstücke.

Fazit

Die Abrafaxe sind mehr als nur Comicfiguren – sie sind ein Stück deutscher Kultur- und Comicgeschichte. Seit fast fünfzig Jahren erscheinen ihre Abenteuer regelmäßig und verbinden Unterhaltung, Bildung und Humor auf einzigartige Weise. Mit ihren Reisen durch die Geschichte haben sie Millionen Leser begeistert und sind bis heute ein zentraler Bestandteil des Mosaik-Magazins.