Primo Comics
Primo war ein Comic-Magazin des Basar Verlags, das von 1972 bis 1974 erschien. Es bot eine bunte Mischung aus internationalen Serien und deutschen Produktionen, darunter Abenteuer, Science-Fiction und Western. Bekannte Figuren wie Bessy, Tibor oder Nick fanden hier ebenso ihren Platz wie internationale Klassiker.
Die Primo-Comics zeichnen sich durch ihre Vielfalt und ihren zeittypischen Stil aus. Für viele Leser war Primo der Einstieg in die Welt der Comics der 1970er-Jahre in Deutschland. Heute sind die Hefte und enthaltenen Serien gefragte Sammlerstücke und ein Stück deutscher Comicgeschichte.
Primo / Prima (1972–1974) – Rolf Kaukas Comicserie im Gevacur Verlag
Primo (anfangs unter dem Titel Prima) war eine Comic-Heftserie des deutschen Comic-Pioniers Rolf Kauka. Die Serie erschien von 1972 bis 1974 im Gevacur Verlag und war auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtet. Primo wurde in unregelmäßigem Rhythmus publiziert und erreichte insgesamt 104 Ausgaben. Inhaltlich positionierte sich das Magazin als Konkurrenz zum damals populären Comic-Magazin ZACK, mit einem Fokus auf abenteuerliche und realistisch gezeichnete Comics für jugendliche Leser.
Von Prima zu Primo: Veröffentlichung 1972–1974
Ursprünglich startete das Heft unter dem Namen Prima, bevor es im Laufe der Veröffentlichung in Primo umbenannt wurde. Diese Namensänderung vollzog sich in den ersten Jahrgängen und spiegelt möglicherweise eine konzeptionelle Neuausrichtung wider. Primo erschien im schweizerisch-deutschen Gevacur Verlag, der in jener Zeit auch Kaukas andere Publikationen betreute. Mit seinem Start Anfang der 1970er Jahre befand sich Primo in direkter Konkurrenz zu neuen Comicmagazinen auf dem Markt. Trotz anfänglicher Ambitionen und einer treuen Leserschaft schaffte es Primo jedoch nicht, ZACK langfristig die Stirn zu bieten. Ende 1974 wurde die Reihe schließlich eingestellt.
Inhalte des Magazins: Comic-Serien und Themen
Inhaltlich bot Primo ein für Kauka-Verhältnisse neues Spektrum an Comics. Statt vorwiegend funny-animal-Geschichten wie in Fix und Foxi setzte Primo auf Abenteuer, Science-Fiction und realistische Comics, oft gezeichnet von internationalen Künstlern. Zu den bekanntesten in Primo veröffentlichten Comicserien gehörten Die Pichelsteiner, Mischa, Prinz Eisenherz, Jo-Jo, Katja, Kuma und Sammy & Jack. Auch fachliche Inhalte kamen nicht zu kurz: Wie in vielen Comicmagazinen der 1970er enthielt Primo zusätzlich Sachrubriken zu Wissenschaft und Technik, um die jugendlichen Leser auch abseits der Comics zu informieren.
Schnick-Schnack: Kaukas Gimmicks als besondere Beilage
Eine Besonderheit von Primo/Prima waren die sogenannten „Schnick-Schnacks“ – kleine Spielzeug-Beilagen, die den Heften in der Anfangszeit beilagen. Bei den Schnick-Schnack-Beilagen handelte es sich um einfache, aber attraktive Spielzeuge oder Bastelsätze, die dem Leser zusätzlichen Mehrwert bieten sollten. Die Idee dahinter war, die Auflage zu steigern und sich von anderen Magazinen abzusetzen, indem man nicht nur Comics, sondern auch „zum Anfassen“ etwas bot.
Bedeutung für Sammler und Fazit
Heute genießt Primo bzw. Prima unter Comic-Sammlern einen beinahe kultigen Status. Die Serie mag zwar nur wenige Jahre bestanden haben, doch sie stellt ein wichtiges Kapitel in Rolf Kaukas Schaffenswerk dar. Sammler schätzen an Primo die ungewöhnliche Mischung aus internationalen Comics und Kauka-eigenen Figuren, die so in keinem anderen Kauka-Heft zu finden ist. Auch die historische Rolle von Primo als Vorläufer für Magazine mit Gimmicks macht die Hefte für viele interessant.