Bessy
Bessy-Comics: Eine nostalgische Reise durch den Wilden Westen
Entstehung und Veröffentlichung
Die Bessy-Comics, geschaffen von Willy Vandersteen (Texte) und Karel Verschuere (Zeichnungen), erzählen die Abenteuer der Collie-Hündin Bessy und ihres Besitzers Andy im Wilden Westen. Die Serie startete 1952 in Belgien und entwickelte sich rasch zu einem der populärsten europäischen Western-Comics.
In Deutschland erschienen die ersten Bessy-Geschichten bereits ab 1960 als Fortsetzungsserien im Felix-Comic-Heft des Bastei Verlags. Am 15. Februar 1965 folgte dann das erste eigenständige Bessy-Heft (Nr. 1). Anfangs monatlich, später 14-täglich und schließlich wöchentlich veröffentlicht, erreichte die Serie eine enorme Verbreitung.
Bis zum Jahr 1985 erschienen in der 1. Auflage insgesamt 988 Hefte, womit Bessy zu den langlebigsten Serien des Bastei-Verlags zählt.
Neuauflagen und Fortsetzungen
Nach dem Ende der wöchentlichen Heftreihe brachte Bastei verschiedene Neuauflagen heraus:
-
Bessy Doppelbände (ab 1969): enthielten je zwei Hefte der Erstauflage, teils gekürzt und mit Werbung ergänzt.
-
Bessy Classic: eine 2. Serie, die ab 1980er Jahren ältere Geschichten in neuer Reihenfolge veröffentlichte.
-
Bessy Nature (1986–1988): eine moderne Neuinterpretation, die sich stark an Umweltthemen orientierte, aber nicht an den Erfolg der klassischen Western-Geschichten anknüpfen konnte.
Seit Juli 2023 erscheinen beim Mila-Verlag neue Ausgaben, die sich eng an den belgischen Originaltexten orientieren und die Serie für heutige Leser wieder zugänglich machen.
Bessy Doppelband von Bastei
Die Doppelbände starteten am 13. Januar 1969 und galten als eine Art „2. Auflage“. Sie erschienen zunächst alle zwei Wochen und enthielten jeweils zwei Hefte der Erstauflage.
-
Die ersten 24 Doppelbände deckten die Hefte 1–48 ab (teils in geänderter Reihenfolge).
-
Ab Doppelband 25 wurde die Chronologie aufgegeben, einzelne Hefte übersprungen.
-
Die Cover der Erstauflage wurden häufig für die Doppelbände wiederverwendet. Interessant: jede Rückseite zeigte ebenfalls ein alternatives Titelbild.
-
In Österreich nutzte Bastei die Doppelband-Umschläge teilweise, um Überbestände der Einzelhefte als „Doppelband“ abzusetzen.
Klaus Dill – Meister der Bessy-Cover
Einen entscheidenden Anteil am Erfolg hatte der deutsche Illustrator Klaus Dill (1922–2000), Neffe des Impressionisten Otto Dill. Er war kein Österreicher – wie oft irrtümlich behauptet wird –, sondern stammte aus Frankfurt am Main und lebte zuletzt in München.
Dill machte sich einen Namen mit Filmplakaten, Buchillustrationen und insbesondere den Titelbildern von Bessy sowie der Jugendzeitschrift Pete. Sein realistischer Stil verlieh den Covern eine außergewöhnliche Wirkung und trug maßgeblich zur Popularität der Serie bei.
Neben Bessy illustrierte er auch für andere Reihen und schuf Werke von beachtlicher Bandbreite. 1997 erhielt er einen Filmpreis in Gold, 1999 widmete ihm das Wilhelmspalais Stuttgart eine große Ausstellung mit einem 12-teiligen Tecumseh-Zyklus.
Fazit
Die Bessy-Comics verbinden klassische Western-Abenteuer mit einem ungewöhnlichen Helden – einer Collie-Hündin. In Deutschland gehören sie zu den wichtigsten und erfolgreichsten Comicserien der Nachkriegszeit. Mit über 20 Jahren Laufzeit, 988 Heften, zahlreichen Neuauflagen und unvergesslichen Cover-Illustrationen von Klaus Dill ist Bessy bis heute ein prägender Bestandteil der europäischen Comicgeschichte.